SYNNECTA Society Conference
 
Jungen/Mädchen

Ein richtiger Junge weint nie, spielt mit Autos, tobt mit seinen Freunden und kann sich gut durchsetzen.

Ein richtiges Mädchen hilft gerne im Haus, zieht Puppen an und aus und kann gut organisieren und ist sozial eingestellt.

Selbstverständlich ist das alles angeboren, genauso wie das Schweigen der Männer und das Plappern der Frauen. Die geschlechtsspezifische Welt ist also übersichtlich und gut strukturiert.

Und dann gibt es da noch diese Zahlen: trotz aller Girls-Days, sind Frauen in Männerberufen eher selten; die Anzahl der gut ausgebildeten Frauen wächst, die Anzahl der Frauen in adäquaten Positionen ist jedoch nach wie vor gering; Männer gehen kaum in Elternzeit und Erzieher sieht man selten in den Einrichtungen. Und dann trifft man manchmal auf so unverbesserliche junge Menschen beiderlei Geschlechts die »gendern«. Sie stellen also zumindest im Wortgebrauch die Gleichheit der GeschlechterInnen her.

Was das alles über Männer/Frauen und Unternehmen aussagt? Viel und wenig zugleich. Ausbildung alleine reicht nicht aus, um eine Gleichbehandlung herzustellen.
Jungs/Männer und Mädchen/Frauen werden in der Regel gemäß tradierter Geschlechterbildern erzogen, unterrichtet, gefördert und eingesetzt.

Ist das alles noch zeitgemäß? Und wer kann, wer will sich das leisten?

Was braucht es in Erziehung, Lehre und Bildung, um auf die Vielfalt einzugehen?

Welche Unternehmenskultur, Förderkultur, Veränderungskultur ist nötig, um die Potenziale Aller gewinn- und nutzbringend einsetzen zu können?

Können sich Unternehmen heute Geschlechterstereotypien noch leisten?

Wenn Sie denn anders sind, Jungen und Mädchen und andere Lebens- und Arbeitskontexte brauchen, wie bilden wir das in Unternehmen ab?

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